Die Kreisfunkmeister

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Brandoberinspektor Dipl.-Ing. Detlef Thoben

St. Florian - Interview

mit dem Vorsitzenden des Arbeitskreises der Kreisfunkmeister im Wirkungsbereich des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes (OFV), Brandoberinspektor Dipl.-Ing. Detlef Thoben. Für die Schriftleitung führte OFV-Geschäftsführer i.R. Dieter Heimberg das Interview.

Schriftleitung: Kamerad Thoben, zunächst möchte Ihnen die Schriftleitung zu Ihrer einstimmigen Wahl am 10. Juli 1999 zum Vorsitzenden des Arbeitskreises der Kreisfunkmeister gratulieren.

Unsere Leser wird es interessieren, wie es dazu kam, dass Sie nach Ihrer Tätigkeit in der freien Wirtschaft und nach dem Studium zur Feuerwehr wechselten?

Thoben: Als erstes möchte ich mich bei allen Kreisfunkmeistern im Wirkungsbereich des Oldenburgischen (OFV) bedanken, die mich zum Vorsitzenden des Arbeitskreises der Kreisfunkmeister gewählt haben.

Warum geht man zur Feuerwehr? Der wohl wichtigste Grund für diesen Schritt ist die Kameradschaft. Besonders bei der Berufsfeuerwehr muß man im 24-Stunden Dienst auf die Zusammenarbeit mit den Kameraden zählen können, da diese im Einsatzfall lebensnotwendig ist. Neben der Einsatztätigkeit reizte mich auch die weitumgreifende Nachrichten- und Informationstechnik bei der Feuerwehr.

Schriftleitung: Die Ausbildungsabschnitte 2 und 4 der Verordnung über die Ausbildung und Prüfung für die Laufbahnen des gehobenen Feuerwehrtechnischen Dienstes sind bei verschiedenen Feuerwehren abzuleisten. Unter diesen Feuerwehren soll die Feuerwehr einer Hafenstadt und die Feuerwehr einer Stadt über 400.000 Einwohnern sein. Welche Erfahrungen konnten Sie dort sammeln, bzw. Tätigkeiten wurden von Ihnen dort ausgeübt?

Thoben: Ich hatte das Glück gehabt, einen meiner Ausbildungsabschnitte bei der Berufsfeuerwehr Hamburg absolvieren zu dürfen. Da dieses auch gleichzeitig mein erster Kontakt mit dem wahren Leben eines Feuerwehrmannes war, wurde ich in unterschiedlichen Funktionen eingewiesen und konnte so mein erlerntes Wissen in echten Einsätzen anwenden. Vom Angriffstruppführer über den Gruppenführer bis zum Zugführer konnte ich bei der Berufsfeuerwehr Hamburg innerhalb von drei Monaten an 167 Einsätzen teilnehmen.

Schriftleitung: Welche Tätigkeit üben Sie jetzt bei der Feuerwehr der Stadt Oldenburg (Oldb) aus?

Thoben: Bei der Berufsfeuerwehr Oldenburg bin ich zur Zeit Leiter der Feuerwehr Einsatz- und Rettungsleitstelle, Einsatzleiter und Sachgebietsleiter Fernmeldewesen. Das Spektrum meines Aufgabengebietes umfaßt die Bereiche Computer, Netzwerke (LAN/WAN), Servertechnik, digitale Alarmierungssysteme, Funktechnik und Telekommunikation.

Schriftleitung: Seit Gründung des Arbeitskreises am 08. März 1975 in Jever sind Sie der vierte Vorsitzende. Welche Ziele haben Sie sich gesteckt, bzw. was möchten Sie anders gestalten, als Ihre Vorgänger?

Thoben: Die Informationstechnik entwickelt sich mit rasanter Geschwindigkeit. Ein Gerät, das heute auf dem Stand der Technik ist, ist bereits in einem Jahr restlos veraltet. In dem Arbeitskreis sollen Neuentwicklungen vorgestellt werden, die dann bei Marktreife auch bei den Feuerwehren ihren Einsatz finden.
Durch die Aufhebung der Monopolstellung der TELEKOM und die Harmonisierungsbemühungen für neue Mobilfunksysteme auf dem europäischen Markt entsteht für die BOS-Träger ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt. Durch das "Schengener Abkommen" wird es in den kommenden Jahren zu einem Umbruch in der noch analogen Funktechnik kommen. Um in dem europäischen Binnenmarkt eine grenzübergreifende Kommunikation sicherstellen zu können, werden BOS-Träger von ihren analogen Funknetzen in ein neues digitales Funknetz wechseln müssen. Dieses bedeutet eine Umstrukturierung der gesamten Funktechnik. Auch hier soll der Arbeitskreis als Informations- und Kommunikationsquelle dienen.

Schriftleitung: Kamerad Thoben, die Schriftleitung dankt Ihnen für dieses Gespräch und wünscht Ihnen für die Zukunft eine glückliche Hand bei all Ihren Arbeiten und Entscheidungen zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger sowie unserer Feuerwehren.