Die Einzigartigkeit der Weltleitmesse für Brand- und Katastrophenschutz sowie Rettungsdienst wurde wieder bestätigt. Mit rd. 140.000 Besuchern ging am 25. Juni die INTERSCHUTZ in Augsburg zu Ende. Die 1.080 Aussteller aus 38 Nationen bestätigen ihre Zufriedenheit mit dieser Messe, 70% davon gaben bereits ihre Absicht bekannt, auf der
wieder dabei zu sein.
Messesplitter:
Der Auslandsanteil der Besucher lag bei 20%, besonders erfreulich der hohe Anteil der Besucher aus den EU-Ländern (ohne Deutschland).
Besonders erfreulich war auf dieser Messe wieder die große Anzahl von Innovationen und Weltneuheiten. Ein umfassender Einblick in den Stand der Technik im deutschen und internationalen Brandschutzwesen wurde geboten:
Fahrzeugtechnik:
Deutlich war der Trend zu Kombifahrzeugen zu erkennen, die mehrere Funktionen in einem Fahrzeug vereinen. Immer häufiger werden Feuerwehrfahrzeuge auf Niederflurfahrzeuge konzipiert. Das bedeutet, dass Einstiege über nur eine Stufe zu erreichen sind und der Aufbau möglichst nahe am Boden liegt, um die Entnahme schwerer Geräte zu erleichtern.
Atemschutzüberwachung:
Einen breiten Raum wurde der Atemschutzüberwachung gewidmet. Neue Restdrucküberwachung, Temperaturfühler, Totmannwarner mit GPS-Sender, zur Ortung von verunglückten/vermißten Einsatzkräften, wurden vorgestellt.
Leitstellentechnik:
Moderne Leitstellensysteme von heute bieten dem Leitstellendisponeten eine Vielzahl von Arbeitserleichterung. Anruferidentifikation, vereinfachte Funkverkehrsabwicklung durch interne EDV-Unterstützung mit Rückgriff auf externe Datenbanken bei Gefahrgutunfällen u.v.m.
Tunnelbrandbekämpfung:
Eine Konsequenz aus den verheerenden Tunnelbränden vergangener Zeit wurden verschiedene Konzeptionen von Fahrzeugen für die Tunnelbrandbekämpfung und Entrauchungsanlagen vorgestellt. Federführend für die zukunftsweisende Technik sind hier die Alpenländer und es hat den Anschein, dass Deutschland abgehängt wird.
Medizintechnik:
Auch in der Notfallmedizin ist der Einzug der Computer nicht mehr aufzuhalten: Elektronisch gesteuerte Beatmungsgeräte ermöglichen eine besser auf den Patienten abgestimmte Beatmung. Die neuen halbautomatischen Defibrillatoren geben per Sprachausgabe Anweisungen zum Anlegen des EKG, stellen eine Diagnose mit Behandlungsvorschlägen und defibrillieren gegebenenfalls eigenständig.
Historisches:
In Feuerwehrfachkreisen ist zwar bekannt, dass es in Hongkong ca. 12.000.000 Drehleitern gibt. Davon sind 25 von Magirus, der Rest ist Spielzeug.
Der eine oder andere INTERSCHUTZ „2000“-Besucher war jedoch ein wenig erstaunt, als er auf dem Ausstellungsgelände ein Hilfeleistungsfahrzeug (HLF 16-20-2) auf Daimler-Chrysler-Fahrgestell mit IVECO-Magirus Aufbau entdeckte.
Dieses neue Hilfeleistungsfahrzeug - in keiner DIN zu finden - wurde für die EXPO 2000 konzipiert. Diese Hilfeleistungsfahrzeuge werden zukünftig die TLF-Einheitsfahrzeuge der 2. Generation ersetzen.
Die hannoversche Feuerwehr erhofft sich mit ihrem „Löschzug 2000“ eine Auszeichnung von der EXPO 2000 Hannover GmbH. Dies wäre dann die zweite Auszeichnung auf einer Weltausstellung, die die Feuerwehr Hannover erhielt. Denn 1904, auf der Weltausstellung in St. Louis wurde ihr erster automobiler Dreifahrzeug-Löschzug und die erste Feuerwache ohne Pferdeboxen jeweils mit einer Goldmedaille bedacht. Glück Auf! Feuerwehr Hannover.
Schluß
Die INTERSCHUTZ „2000“ in Augsburg war Spitze. Wer nicht dabei war, hat was verpaßt! Und wer dabei war und nach den überstandenen Strapazen sich den Ausstellungskatalog zu Hause nochmals ansah mußte feststellen, dass er viele neue Innovationen nicht entdeckt hatte. Festzuhalten aber bleibt, dass die INTERSCHUTZ als „kleine Schwester aber durchaus reife Schwester der EXPO“ angesehen werden kann. In Hannover heißt das Thema: Mensch, Natur, Technik, in Augsburg hieß das Thema: Mensch, Technik, Sicherheit.
Was bleibt, ist der vielfache Ruf am Ausgangstor: „Auf Wiedersehen im Jahre 2005 zur nächsten INTERSCHUTZ in Hannover“.