
Harpstedt / Landkreis Oldenburg. Einem Brandanschlag fiel in den heutigen frühen Morgenstunden das 5-Länder-Spezialitäten-Restaurante "Poseidon" gegenüber dem Harpstedter Bahnhof zum Opfer. Dem Lokal ist ein Hotelbetrieb angegliedert und nur die Aufmerksamkeit eines Polzeibeamten, der auf der Durchfahrt war, ist es zu verdanken, dass kein Menschenleben zu beklagen ist. Der Lärm seiner Autohupe, lautes Rufen und schließlich das Eintreten der Hotelseiteneingangstür machten schließlich die ahnungslosen Bewohner und Hotelgäste auf den Brand aufmerksam. Der Beamte stürmte die Treppe ins Obergeschoss. Da kamen ihm die aus dem Schlaf gerissenen Personen entgegen. Fenster wurden aufgerissen, um den Qualm abziehen zu lassen. Weitere Maßnahmen waren wegen der zunehmenden Verqualmung nicht möglich. Die Harpstedter Feuerwehr wurde dann über die Leitstelle HUNTE per Sirene alarmiert.
Wenige Minuten später waren fünf Einsatzfahrzeuge mit 27 Einsatzkräfte vor Ort. Sechs Feuerwehrmänner rüsteten sich mit umluftunabhängigem Atemschutz aus und erkundeten das Objekt. Jeder Raum wurde durchsucht, während weitere Kräfte von außen, kleine erkennbare Brandnester ablöschten. Richtig offenes Feuer war zum Glück nicht mehr vorhanden.

Nachdem auch der Gast- und Clubraum rauchfrei war, entdeckten die Feuerwehrmänner, dass das Feuer nicht von alleine zustande kam. Es roch stark nach Brandbeschleuniger und schließlich wurde ein 5-Liter-Kunststoffkanister im Windfang des Einganges zum Restaurant gefunden. Weitere Erkundung ergab, dass das Feuer an mindestens vier verschiedenen Stellen gelegt worden sein muß. Mangels Sauerstoff ist es nach einer Durchzündung nicht zu einem Vollbrand gekommen, obwohl eine eingeschlagene Fensterscheibe eine Sauerstoffzufuhr ermöglichte. Ein nach außen stehendes Oberlicht und heraushängende, verschmorte Gardinen lassen diese Schlussfolgerung zu. Die Kriminalpolizei aus Wildeshausen nahm die Ermittlung auf. Die Feuerwehr Harpstedt leuchtete die Einsatzstelle aus. Die Wasserversorgung für einen größeren Löschangriff war aufgebaut worden. Aber letztlich genügte die Schnellangriffseinrichtung des Tanklöschfahrzeuges, ein C-Strahlrohr, um die Glutnester abzulöschen.
Die Schadenshöhe wurde von der Polizei mit 200.000 DM beziffert, während die Eigentümerin von einer halben Million DM spricht.
PS. Ein mit dem Fahrrad zum Feuerwehrhaus geeilter Feuerwehrmann vermisste nach der Rückkehr von der Einsatzstelle dieses. Es war zwischenzeitlich gestohlen worden.
Harro Hartmann, KreispressewartZu den ofv_bildern: Copyright by Harro Hartmann