Deich der Delme erhöht
1. Kreisfeuerwehrbereitschaft half in Delmenhorst

Sandsäcke werden verbautLandkreis / Delmenhorst. Ungewöhnlicher Wasserstand der Delme in Delmenhorst veranlasste den Leiter der Delmenhorster Feuerwehr Manfred Hübner am Freitagabend die Kreisfeuerwehr des Landkreises Oldenburg zu Hilfe ersuchen. An mehreren Stellen wurde der Delmedeich südlich der Bundesautobahn A 28 zwischen den Anschlussstellen Deichhorst und Adelheide überspült. Es bestand die Gefahr eines oder mehrerer Deichbrüche. Dadurch wären nicht nur Wohngebiete und landwirtschaftliche Flächen überflutet, sondern im Stadtgebiet großer Schaden zu erwarten. Die „Kleine Delme“ hätte die zusätzlichen Wassermengen nicht aufnehmen und durch die Stadt ableiten können.

Reparatur eines AußenbordersGegen 19:35 Uhr wurde die 1. Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Oldenburg (1.FB LkO) und der Fernmeldezug über Sirenen und Funkmeldeempfänger alarmiert. Treffpunkt war dann für alle Fahrzeuge die Feuerwehrtechnische Zentrale in Ganderkesee. Bereitschaftführer Otto Oltmann und sein Stellvertreter Klaus Steppart ließen sich von stellv. Kreisbrandmeister Klaus Schaffstädter über die Lage und den Einsatzauftrag informieren. Während einer kurzen Einweisung wurden die Zugführer unterrichtet und die Personalstärke festgestellt. Kurz nach 21:00 Uhr war die 1. FB LKO mit 22 Fahrzeugen und 132 Einsatzkräften abmarschbereit. Ziel der kurzen Kolonnenfahrt auf die BAB A 28 war ein teilgesperrter Bereich zwischen den beiden BAB-Abfahrten Deichhorst und Adelheide. Vor Ort wurde die Bereitschaftsführung in die Lage eingeweisen. Es galt ausreichend Sandsäcke über den Lärmschutzwall der BAB auf dem westlichen Deich der Delme rund 300 Meter zu der größten Gefahrenstelle zu transportieren.

Mittels Flutlichtstrahler war der Deich teilausgeleuchtet. Mit ersten Sicherungsmaßnahmen hatten die Delmenhorster Feuerwehren mit Hilfe der drei Freiwilligen Feuerwehren aus Bergedorf, Bookholzberg und Havekost-Hengsterholz bereits Stunden vorher begonnen.

MenschenketteEs war ein mühseliges und Kraft zehrendes Unterfangen, die Sandsäcke, die mit sehr trockenem Sand gefüllt waren und beim Weiterreichen sehr staubten, mit der Menschenkette an die Gefahrenstelle zu bringen. Auch am Ostdeich unmittelbar am Durchlass unter die Autobahn war eine Deichverstärkung herzustellen. Auch hier wurden mittels einer Kette aus Feuerwehrmitgliedern Hunderte von Sandsäcken transportiert und eingebaut.

Nach über vier Stunden war dann die größte der vielen Überflutungsstellen geschlossen und die 1. FB LkO wurde durch die Kreisfeuerwehrbereitschaft aus dem Landkreis Wesermarsch abgelöst. Kreisbrandmeister Ernst-August Müller dankte den Einsatzkräften nach ihrer Rückkehr auf dem Hof der FTZ für ihre geleistete Arbeit. Gegen 02:00 Uhr war der Einsatz dann erfolgreich als beendet zu betrachten. Insgesamt waren rund 180 Feuerwehrfrauen und – männer mit 27 Fahrzeuge aus dem Landkreis in Delmenhorst im Einsatz.

Harro Hartmann, KPW

Ergänzung:

Feuerwehren aus der Gemeinde Ganderkesee unterstützen Delmenhorster Kameraden

Um 17:37 wurden am Freitagabend die Ortsfeuerwehren Bergedorf, Bookholzberg und Havekost-Hengsterholz alarmiert. Einsatzgrund war die Unterstützung der Feuerwehr Delmenhorst beim Hochwasser an der Delme. In Deichhorst trat die Delme über den Deich. Dort musste zur Deicherhöhung Sandsäcke von der Autobahn A28 an den Deich getragen werden. Mit vier Fahrzeugen und 40 Einsatzkräften begannen die Feuerwehrleute diese schwere Tätigkeit. Gegen 19:30 Uhr wurde dann durch den Einsatzleiter die 1. Feuerwehrbereitschaft des Landkreises Oldenburg zur Verstärkung alarmiert. Die eingesetzten Ganderkeseer Kräfte reihten sich dann nach Eintreffen der 1. FB in diese ein. (siehe Bericht von H.Hartmann)

Der Einsatz dauerte bis 01:30 Uhr, als die Kräfte dann von der Feuerwehrbereitschaft aus der Wesermarsch abgelöst wurden.

Andreas Weise, GPW