Landkreis
/ Sandkrug. Zum Glück nur eine Übung, kann man bei der angenommenen
Lage für die Jahresübung der 1. Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises
Oldenburg am Sonnabendnachmittag auf dem Kasernengelände der Henning-von-Treskow-Kaserne
in Bümmerstede und auf dem angrenzenden Standortübungsplatz nur erfreut
feststellen.
Als Lage war angenommen worden, dass es durch die anhaltende Trockenheit und leichtem Westwind in den letzten Wochen mehrfach zu Waldbränden auf dem Truppenübungsplatz gekommen ist. Diesmal hat der Feuerwehr-Flugdienst auf seinem Kontrollflug einen größeren Brand mit starker Rauchentwicklung entdeckt und die Feuerwehr- und Rettungseinsatzleitstelle des Landkreises Oldenburg per Sprechfunk alarmiert. Wegen der vielen Wald- und Flächenbrände sind die Ortsfeuerwehren bereits gebunden und so wird die 1. Kreisfeuerwehrbereitschaft und Leitung von Bereitschaftsführer Otto Oltmann, Sandhatten, und seinem Stellvertreter Klaus Steppath, Harpstedt, alarmiert.
Durch die starke Rauchentwicklung und dem erhöhten Verkehrsaufkommen von Feuerwehrfahrzeugen ist es im Bereich der Kasernenzufahrt zudem noch zu einem Unfall mit einem Tanklastzug und zwei Personenwagen gekommen. Personen wurden in den Fahrzeugen eingeklemmt. Kraftstoffe treten aus.
Ein durch Rauch in der Sicht behinderter Hubschrauber der Bundeswehr streift beim Landeanflug den Fallschirmspringerübungsturm und stürzt ab.
So umfangreich wie die angenommene Lage war dann auch die Aufgabenstellung der eingesetzten Züge. Im Vordergrund stand die Menschenrettung und anschließend die Waldbrandbekämpfung. So hatten der I. und IV. Zug die größtmögliche Einsatzbreite und tiefe auf dem Truppenübungsplatz vorzunehmen. Der III. Zug musste dazu eine Wasserversorgung über lange Wegstrecken von Hydranten her zu den Einsatzräume der beiden Züge aufbauen. Tanklöschfahrzeuge mussten bis zum Aufbau der Versorgungsleitung im Pendelverkehr das Löschwasser heranschaffen.
Zur
gleichen Zeit waren die Mannschaften des II. Zuges mit der Rettung der eingeklemmten
Personen aus den verunfallten Personenwagenbeschäftigt. Lecks am Tankwagen
wurden abgedichtet, damit kein Kraftstoff mehr auslief. Ausgelaufener Kraftstoff
wurde mit Ölbindemittel aufgenommen. Gleichzeitig galt es den Brandschutz
für den Unfall- und Einsatzbereich zu sichern. Dazu wurde ein Schaumrohr
und mehrere Pulverlöscher vorgenommen.
Die Drehleiter DLK wurde zur Rettung auf dem Springerübungsturm verletzten Personen eingesetzt. Aus dem abgestürzten Hubschrauber galt es ebenfalls Verletzte zu retten. Atemschutzgeräte und ein Schaumrohr wurden dabei auch eingesetzt.
Als nach Übungsende alles Material verlastet war, wurde eine Kolonnenfahrt zum Sandhatter Feuerwehrhaus unternommen. Hier war dann die letzte Übung unter der Leitung von Bereitschaftsführer Otto Oltmann zu Ende.
Neben Landrat Frank Eger, Bürgermeister Helmut Hinrichs und zahlreiche Feuerwehrvertreter war auch Mitglieder der polnischen Delegation mit ihrem Kreisbrandmeister dabei.